1. Februar 2011 tobias

Freier Journalist 2.0

Richard Gutjahr ist in Ägypten und in der deutschen Blogosphäre geht es rund. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Man diskutiert und hängt sich ans Thema. Das kennen wir ja.

Wie gesagt, einige finden die Aktion gut, andere weniger. Das ist normal und ich persönlich muss sagen, auch zur Einordnung dieses Textes, dass ich die Art, wie Richard Gutjahr agiert im Netz durchaus kritisch sehe. Das hat nicht Ägypten zum Hintergrund, nein, das liegt weiter zurück.

Doch eines muss man einfach festhalten:
Keiner inszeniert sich in Deutschland in der Rolle des Journalisten so effektiv über sein Blog wie Richard Gutjahr!

Im Gegensatz zu (nennen wir es die mal alte Schule) z.B. Niggemeier, der durchaus detailverliebt den Bildblog mit sehr viel Kleinarbeit aufgebaut hat, stürzt sich Gutjahr immer auf die Stories, die ein größtmögliches Aufmerksamkeits- und Aufregepotential haben. So war es beim iPad Verkaufsstart, seiner Geschichten um das WePad oder auch beim Artikel zum ePostbrief. Das Muster ist klar erkennbar.

Ich möchte das nicht bis ins Kleinste sezieren, ich habe aber das Gefühl, dass wir hier eine neue Art des freien Journalisten sehen, der sich zum Co-Star der Story macht. Ganz bewusst und mit den Mitteln des Netzes. Das ist meines Wissens so noch nicht da gewesen und insofern stößt er sicher an einige Kanten im doch recht festgefahrenen Machtgefüge des Netzes, aber es ist ein legitimes Geschäftsmodell.

Vielleicht ist er ein Prototyp eines neuen Journalismus, vielleicht auch nicht. Wer weiss…

PS: Und das man die Blogger vs. Journalistendebatte nun anders herum führt, finde ich ein klein wenig witzig.

Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Comments (7)

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.