15. April 2010 tobias

Social Media und Spieltheorie

Mein Rechner hat einen Blogordner, in dem ich Themen und Ideen sammle. Und irgendwie wird dieser immer größer und es sammelt sich dort so einiges, wobei ich die Texte gleichzeitig nicht in den Blog bekomme! Um den Stau ein wenig abzubauen, werde ich in nächster Zeit ein paar Ansätze hier in den Ring werfen und hoffe auf Feedback von Euch, den Lesern. Spannendes werde ich weiter verfolgen, der Rest wird gekappt.

Den Anfang macht eine Überlegung zur Spieltheorie. Eigentlich bin ich schon vor einiger Zeit auf diesen Titel gestossen worden. Damals getwittert von @furukama während eines Bitkom Arbeitskreises. Allerdings habe ich Ihn damals komplett falsch verstanden. Er meinte theoretische Grundlagen von Online-Spielen; ich dachte an die wirtschaftswissenschaftliche Theorie. Und genau diese finde ich im Kontext Social Media dann doch auch sehr spannend. Zwar ist das Prinzip des Homo Oeconomicus , sprich vollständiger Rationalität, überholt. Aber von vielen Seiten kommt ja der Gedanke der Schwarmintelligenz als etwas ähnliches und daher sehe ich das mal als gesetzt an (Wobei ich darüber jetzt hier besser nicht diskutiere ;-).
Eine erste Überlegung ist die Anwendbarkeit der bekannten Spiele auf das Netz:

  • Gefangenendilemma oder “Tit for Tat”; eigentlich ein Grundprinzip in allen zweiseitig kommunikativen Situationen. Wenn zwei Konkurrenten sich nicht gegenseitig mit Dreck bewerfen, so stehen beide mit saubererer Weste dar. Allerdings gewinnt diese Situation im Social Web durch die Aktivierung von Markenfans an Instabilität. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende Marktkonkurrenten durch “Schlammschlachen” mit Konkurrenten verursacht durch Fans schlechter stehen, nimmt zu. Die Fans sind ja nicht direkt betroffen und daher zu höheren Risiken bereit…
  • Hotellings Gesetz; findet seine Entsprechung in dem Kampf der Social Networks um immer mehr Funktionalität. Ein ständiges Aufrüsten und Kopieren schafft hier eine immer größere Annäherung und fehlende Unterscheidbarkeit…
  • Kollaborative Spiele; In diesem Zusammenhang kann man sicher offene API´s, wie bei Twitter oder Facebook Connect sehen. Es werden gesamtheitliche Mehrwerte geschaffen, allerdings unter einer ungleichen Machtverteilung der Koalitionäre…

Soweit meine ersten Gedanken. Ich bin aber auch schon gut 10 Jahre raus aus dem Thema. Daher meine Frage:
Hat dazu schon jemand mal etwas geschrieben oder veröffentlicht?
Also tiefer gehend als Till?
Hinweise bitte in den Kommentaren notieren. Danke.

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Comments (3)

  1. Ich finde das Thema äußerst spannend und würde es aber zunächst mal auf die Marktstrukturen (Tendenz zum natürlichen Monopol bei Netzwerkgütern) u.ä. anwenden. Ausserdem ist die genannte Zunahme der Konsumentenrente durch das DIY/Bürgerjournalismus/Social Web-Phänomen eine sehr interessante Thematik, die sich in den Problemen der Verleger spiegelt mit Commodities wie News Geld verdienen zu wollen. Wo die neuen Produzentenrenten zu finden sind, weiß O’Reilly: in der Kreation und Kontrolle der Datenströme. Facebook hat nicht umsonst heute mehr Traffic als Google – und wir eines Tages genauso ein Monopol sein. Denn eines ist gewiss: natural leaders (den Begriff habe ich von Axel Schmiegelow/CEO sevenload) dulden keine Nebenbuhler und werden ihre Position gnadenlos ausbauen, v.a. solange die Politik ahnungslos ist und der Firmensitz der US-Rechtssprechung unterliegt. Man sieht mal wieder: die Welt ist ein globales Dorf, aber Bürgermeister und Polizei haben nichts zu sagen.

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